Archiv des Autors: aergernis

Öffentlich-Rechtliches (15)

Perversion einer Utopie

Deutschlandfunk Essay und Diskurs hat mal wieder eine interessante Reihe gesendet.

  1. Der sowjetische „Neue Mensch“

    Das Heilsziel eines „Neuen Menschen“ ist den Diktaturen des 20. Jahrhunderts gemein. Es hat religiöse Wurzeln und zeitigt totalitäre Konsequenzen. Im ersten Teil der Reihe befasst sich Albrecht Betz mit der stalinistischen Sowjetunion und ihrer Utopie, deren wichtigster geistiger Wegbereiter Karl Marx war.

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  2. Der „Neue Mensch“ im Italo-Faschismus

    Der zweite Teil der Reihe hat den Italo-Faschismus zum Thema. Es geht um die inhumane Obsession eines elitären Übermenschen unter der Herrschaft Mussolinis. Das Ziel war eine Regeneration Italiens.

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  3. Der „Neue Mensch“ im Nationalsozialismus

    „Flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl“ wollte Hitler seine Jugend haben. In Leni Riefenstahls Filmen wurden das hellenistische Körperideal und jenes des martialisch nordischen Helden propagiert. Die Juden wurden zum Feind der „Herrenrasse“ erklärt.

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Je ca. 13 MB, 29 Minuten.

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Zur deutschen Ideologie. Entstehung der deutschen Identität bis 1918.

Der Arbeits- und Aktionskreis kritischer Studierender Kiel dokumentiert viele seiner früheren Veranstaltungen. Unter den hochwertigen Mitschnitten befindet sich auch dieser Leckerbissen von Gerhard Stapelfeldt zur Entstehung der deutschen Identität. Stapelfeldt gibt einen fundierten Abriss deutscher Ideologiegeschichte vom nationalen Liberalismus und der Gegenaufklärung des 19. Jahrhunderts (besonders Savigny, Fichte und List) bis zu den Autarkisten um 1914/18 und zum Nationalsozialismus.

Download: Nachbearbeitet (28 MB, 1:22 h)

Die Originaldatei ist leiser und 75 MB groß.

China – ein Lehrstück

Man könnte fast glauben, Doktor Indoktrinator sei zum »GegenStandpunkt« übergelaufen. Denn abermals kommt in Sachzwang FM eine GSP-Autorin zu Wort. Es ist wie in der letzten Sendung über China Renate Dillmann mit einem Vortrag zur Kritik des chinesischen »Kommunismus«: »Ein Lehrstück über alten und neuen Imperialismus, einen sozialistischen Gegenentwurf und seine Fehler, die Geburt einer kapitalistischen Gesellschaft und den Aufstieg einer neuen Großmacht« (2009).

Die Tonqualität ist mäßig. Der Vortrag ist nicht ganz frei von der nervigen GSP-Rhetorik und –Methode, aber in seiner Kritik durchaus treffend.

Download via Mediafire, via AArchiv (2 h, 41 MB)

Das Antideutsche im Kommunismus und die mangelnde Universalität im Marxismus

Möglicherweise aufschlussreich: Joachim Bruhn (ISF) im Gespräch mit dem FSK über Antisemitismus, Rassismus, Staatsfetischismus, Sozialdemokratie, Stalinismus und »Neue Marx-Lektüre« (namentlich Ingo Elbe) uvm. via FRN. Nachbearbeitet via Audioarchiv oder via MF (17 MB). 1 h.

Frauenleben – Frauenbilder

Eine weitere HR2-Wissenswert-Reihe. Von Inge Kurz. Interessante Einblicke in die Geschichte des Patriarchats in Deutschland. Zu Wort kommen vor allem Zeitzeuginnen.

(1) Dienen lerne das Weib

Um 1900 als Frau zu leben, hieß in allem dem Mann untertan zu sein, kein eigenes Geld zu besitzen.

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(2) Die deutsche Frau

Mutter und Magd: Adolf Hitlers Frauenbild zielte auf Zucht und Ausbeutung durch Arbeit

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(3) Petticoat und Nierentisch – die fünfziger Jahre

Der Alltag war hart: Schürze und Waschtisch statt Petticoat und Nierentisch, Roll Back statt Rock’n Roll.

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(4) Gemischte Gefühle – Frauenleben in der DDR

40 Jahre lang galt die DDR als das gelobte Land für die Frauen, Funktionäre betonten gerne die gleichberechtigte Rolle der Frau. Die Realität im Alltag sah anders aus.

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(5) Geschlechterkampf – die siebziger Jahre

Kinderbetreuung, Pille, Paragraph 218 – mit diesen Fragen begann der Befreiungskampf, um Karriere ging es erst später.

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Soziologie made in Frankfurt

Eine Reihe von Christa Schell, gesendet bei HR2. Die Folgen sind je etwa 15 Minuten lang bzw. 7 MB groß.

1. Der Kongress tanzt.

Das Engagement Frankfurter Bürger um 1900 führte zu einer Verwurzelung der Soziologie in der Stadt am Main.

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2. Die zwanziger Jahre

Der erste deutsche Lehrstuhl für Soziologie entsteht dank der Gelder großzügiger Frankfurter Bürger.

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3. Die Frankfurter Schule

Die wechselvolle Geschichte des Institutes für Sozialforschung von der Gründung bis heute.

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4. 1968 und die Folgen

Auf dem 16. Soziologentag gingen Studenten mit Professoren offen ins Gericht.

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5. Eine Krisenwirtschaft par excellence?

Entwicklung des Faches seit 1968 bis heute: aus den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wurden die Gesellschaftswissenschaften.

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Israel und die Linke

Robert Kurz positionierte sich in seinem letzten großen Aufsatz in der Zeitschrift »EXIT!« (Ausgabe 6) wie auch schon zuvor in einem kurzen Artikel* proisraelisch. Seine im Zuge einer Analyse der Reaktionen auf die Militärschläge Israels gegen den Gazastreifen bekundete Israelsolidarität wurde in Teilen der deutschen Linken als Einschwenken auf »antideutschen« Bellizismus wahrgenommen und kritisiert. In einem Vortrag zu diesem Thema stellt Kurz seine Analyse vor und bekräftigt seine Haltung und seine Kritik an der Ideologisierung Israels.

VeranstalterInnen waren die Jüdische Kultusgemeinde Erlangen, die linksjugend solid, der shalom-Landesarbeitskreis Bayern und der »EXIT!«-Lesekreis Erlangen-Nürnberg.

Hinweis: Zu Beginn des Referats fehlt ein Stück.

Download: via AArchiv | via RS | via Archive.org (1:22 h, 33 MB)

Veranstaltungsberichte: BAK Shalom, haolam.de (im Wesentlichen kopiert vom BAK)

»Blumen am Rande des Existenzminimums« – Walter Benjamin zum 70. Todestag

Etwas verspätet…

1. »Ich pflücke Blumen am Rande des Existenzminimums«. Zum 70. Todestag des Philosophen Walter Benjamin. Ein DLF-Radio-Essay von Astrid Nettling, gesendet bei Essay und Diskurs.

Download: via DLF | via RS.com

2. A-X-iom, die Wissenschaftsredaktion des Freien Stadtradios Frankfurt a.M. über verschiedene Ansätze Walter Benjamins, z.B. seinen Übersetzungsbegriff und seine Kinderbuchforschung. Weitere Informationen und Download auf der Website von Moderatorin Felicia Herrschaft.

3. Das Ende des Krieges und die Rückkehr der Kritischen Theorie und ihrer Vertreter nach Europa hat Benjamin bekanntlich nicht mehr miterlebt. Genau diese Rückkehr ist Thema einer Ausstellung im Jüdischen Museum Frankfurt a.M. gewesen. Einen Einblick in die Ausstellung mit dem Titel »Die Frankfurter Schule und Frankfurt. Eine Rückkehr nach Deutschland« verschafft eine weitere A-X-iom-Sendung. Auch wenn man die ausgestellten Exponate nicht betrachten kann, liefert die aufgezeichnete Führung einige interessante Anekdoten wie diese eigentümlich aktuelle über Leo Löwenthal:

Download auf Fehe.org
Update: Der Downloadlink auf Fehe.org funktioniert aufgrund des Umlautes nicht. Dieser funktioniert.

Öffentlich-Rechtliches (14)

DLF Essay & Diskurs:

  • »Dein Wort durchläuft den ganzen Raum«. Frida Kahlo – die Künstlerin als Poetin. Download (MF-Backup)
  • HR2 Wissenswert:

  • »Ohne Zorn würden wir schweigen«. Zum 25. Todestag von Wolfgang Abendroth
  • 30 Jahre Oktoberfest-Attentat: die ungelösten Fragen
  • DRS Reflexe:

  • Geschichte mal anders: Lieder zum Vietnam-Krieg
  • SWR2 Wissen:

  • Ureinwohner ohne Land – Die Mapuche und Chiles Unabhängigkeit. Download
  • Afghanische Realitäten – Europäische Illusionen. Download
  • Bayern 2 RadioWissen:

  • Die Ödipus-Sage
  • Die Nürnberger Gesetze – Tödliches Recht
  • Die Philosophie der Romantik – Denken als Gefühl
  • Madame de Staël – Königin des Geistes
  • DLF Studiozeit:

  • Tagung Uni Bremen: Antisemitismus in der deutschen Presse. Download
  • Geschichten der Freundschaft

    Auf arte plus sieben gibt es gerade eine sehr sehenswerte Dokumentation über das Leben Walter Benjamins, die sich vor Allem an den Freundschaften zu Gershom Scholem, Theodor W. Adorno, Gretel Karplus-Adorno und Bertolt Brecht entlanghangelt. Da die Dokumentation auch ohne die gezeigten Bilder funktioniert und sich sehr gut hören lässt, steht hier die Tonspur zur Verfügung:

    Download [mp3; Stereo; 128 kbps; 48,4 MB; 52 min 49 sec]

    *Update*: Ich habe das Video hochgeladen, allerdings weiß ich nicht, in welchem Format es eigentlich codiert ist. Mit dem VLC-Player ist es aber abspielbar. Download Video via Megaupload

    Arthur Schopenhauer zum 150. Todestag

    Am 21. September 1860 starb Arthur Schopenhauer. Hier einiges aus dem Öffentlich-Rechtlichen dazu.

    1. [DLF Essay & Diskurs] Konstantin Sakkas: Sieg der Entsagung. Leben und Sterben mit Schopenhauer

    Arthur Schopenhauer entwickelte eine eigene Position des Subjektiven Idealismus. In seinem Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ vertrat der Philosoph als einer der Ersten die Überzeugung, dass der Welt ein unvernünftiges Prinzip zugrunde liege.

    Hier sind vor allem die geschilderten Beziehungen zwischen Schopenhauer, Kant, Hegel, Nietzsche und anderen interessant.

    Download: via DLF, via MF (29 min, 13 MB)

    2. BR2 RadioWissen über Schopenhauer.

    3. [WDR5] Das Philosophische Radio über Schopenhauer mit Otto A. Böhmer. Download via MF

    4. [DLF Studiozeit] Möglichkeit, die Welt mit anderen Augen zu betrachten. Der Philosoph Arthur Schopenhauer und seine Aktualität heute. Über Andreas Belwes Hörbuch »Die Welt ist die Hölle«. Hören, Download

    5. [DLF Büchermarkt] Zäher Pessimist. Zum 150. Todestag von Arthur Schopenhauer von Hans-Martin Schönherr-Mann
    Hören, Download

    6. [SWR2 Essay] Ludger Lütkehaus: Das Buch als Wille und Vorstellung„. Das Briefdrama zwischen Schopenhauer und seinem Verleger

    Beziehungen zwischen Autoren und ihren Verlegern sind selten spannungsfrei und niemals ausgewogen. Das ist so ähnlich wie bei dem berühmten Ei und der Henne, man weiß nicht zu entscheiden, wer wen dringender benötigt. Der Philosoph Arthur Schopenhauer und sein langjähriger Verleger Friedrich Arnold Brockhaus sind zwei »hommes de lettres« des 19. Jahrhunderts, genauso temperamentvoll wie detailbesessen. Ihr Briefwechsel dokumentiert ein Drama zwischen zwei schlagfertigen und unnachgiebigen Charakteren, die dennoch ein unverbrüchliches Interesse eint: die Herstellung eines „guten Buches“. In drei Akten geht Ludger Lütkehaus dem sprachlich brillanten Briefdrama zwischen Schopenhauer und Brockhaus nach. Persönlich begegnet sind sich die beiden Hitzköpfe nicht einmal.

    Hören (mp3/wma) | Download via MF (wma, 54 min, 19 MB)

    Material zu Paul Celan

    1. Magnus Klaue – SARKASMEN. Überlegungen zum poetischen Interventionismus in Paul Celans Spätwerk

    Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst | Spektakel | Revolution„: Daß Paul Celans Lyrik entgegen verbreiteten Klischees über deren vermeintliche Hermetik ihrer Formgestalt nach als ‚engagierte Dichtung‘ verstanden werden muß, ist spätestens seit Ende der siebziger Jahre zunehmend ins Bewußtsein der akademischen Forschung, aber auch der feuilletonistischen Rezeption seines Werks getreten. Nolens volens haben die dezidiert politischen Interpretationen von Celans Lyrik seiner Vereinnahmung als ‚Dichter des Holocaust‘ durch diverse derridistisch-heideggerianische Gedächtnisexperten womöglich sogar vorgearbeitet. Im Mittelpunkt solchen Interesses stehen indes die Lyrikbände aus Celans mittlerer Schaffensperiode, v.a. „Sprachgitter“ und „Die Niemandsrose“. Der Vortrag möchte demgegenüber der Frage nachgehen, inwiefern Celans späte Gedichte, die sich sowohl in ihrer Entstehungsweise wie in ihrer immanenten Formsprache deutlich von den früheren unterscheiden, sich bereits als Reaktion auf verschiedene Weisen der politischen Vereinnahmung seines Werks deuten lassen. Die spezifische Form des Engagements, wie sie seinen früheren Dichtungen immanent ist, wird dabei zugespitzt in einem polemischen Interventionismus, der in bislang ungekannter Weise auf ‚pragmatische‘ Formen wie Sentenz und Epigramm zurückgreift, zugleich aber jede Art politischer ‚Gebrauchsdichtung‘, wie sie zur gleichen Zeit etwa von Enzensberger vertreten wurde, scharf zurückweist. Für die besondere Formsprache, die durch die Verschränkung von Elementen ‚eingreifender‘ und ‚absoluter‘ Dichtung im Spätwerk entsteht, schlägt der Vortrag den Begriff des Sarkasmus vor. Im Mittelpunkt stehen Gedichte aus den Bänden „Fadensonnen“, „Lichtzwang“ und „Schneepart“.

    Download: via FRN [mp3; Stereo; 128 kbps; 42,0 MB] oder nachbearbeitet via MF [mp3; Mono; 40 kbps; 13,1 MB]

    2. Ich hörte sagen. Gedichte und Prosa

    Die Stimme der Poesie – Paul Celan ist einer bedeutendsten deutschprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts. In seinen Gedichten verbindet sich bittere Kritik mit sehnsüchtiger Utopie, sie sind in ihrem Wesen nach Dialoge, Zwiegespräche. Im Vortrag des Autors entfalten sie ihre Trauer und Anklage in eindringliches Tönen.

    Paul Celan, 1920 – 1970, liest hier über 80 Gedichte aus Der Sand der Urnen, Mohn und Gedächtnis, Von Schwelle zu Schwelle, Die Niemandsrose, Sprachgitter, Fadensonnen, Atemwende sowie aus Ausgewählte Gedichte.

    Paul Celans Vortrag offenbart, wie sehr dieser Dichter aus und in der Sprache lebt, wie er spricht, um zu leben. Sein Werk zeigt, dass auch nach Auschwitz Lyrik noch möglich ist, wenn sie die bittere Realität nicht verdeckt. [Literatur-Report]


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    : CD 1 | CD 2 [via MF]; pw:

    Schnabelfeld

    3. Wutpilger-Streifzüge. Fragmente aus Politik und Kultur #1

    Das Debut der Sendereihe „Wutpilger-Streifzüge“, in dem das Sendekonzept vorgestellt und Überlegungen zur Möglichkeit einer Radiosendung angestellt werden, enthält die Lesung und eine Interpretation des Celan-Gedichtes „Wutpilger-Streifzüge“ (Fadensonnen, PCGW II, S.169). Das in der Sendung enthaltene Kurz-Essay zu Fragment und Aphorismus kann hier nachgelesen werden.

    Download [via MF; mp3; Stereo; 128 kbps; 52 min 17 sec; 47,9 MB]

    4. Lorettas Leselampe – Dezember 06

    Lorettas Leselampe stellt in diesem Sende-Ausschnitt die 2006 aus dem Nachlass erschienenen Prosa-Fragmente Celans (Paul Celan: Mikrolithen sinds, Steinchen. Die Prosa aus dem Nachlass. Suhrkamp) vor.

    Download [via MF; Stereo; 128 kbps; 18 min 57 sec; 17,4 MB]

    5. Bremer Literaturpreis 1958

    Celan wurde 1958 für seine Bände „Mohn und Gedächtnis“ und „Von Schwelle zu Schwelle“ der Bremer Literaturpreis verliehen. Hier ein kurzer Auszug aus seiner Rede während der Preisverleihung:

    hören [Radio Bremen]

    6. Literaturempfehlungen zum Thema: Weiterlesen